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Denkanstoß „Innenorientiertes Selbstwertgefühl“

Vor einiger Zeit hatte ich einen Seminarteilnehmer, der mich vorab ziemlich beeindruckt hat mit seinem großartigen Auftritt überall im Netz. Ich fand ihn so großartig, dass ich mich selber … klein fühlte. Nun, als Psychologin sind solche Gefühle interessant für mich; sie sind mein Arbeitswerkzeug. Ich registriere dann: „Ah, es ist ihm offensichtlich wichtig, andere zu beeindrucken.“ Und ich frage mich: „Warum?“ Das kann alle möglichen Gründe haben: Marketingstrategie, Angst, oder vielleicht ahmt er einfach seine Kollegen nach. Im Seminar war dann der Grund bei ihm schnell klar.

 

Hier kannst du den  denkanstoß "innenorientiertes selbstwertgefühl" als schön gestaltetes 1-Seiten-pdf lesen.

 

Er erzählte, wie er darunter litt, dass er die großartige äußere Hülle, die er von sich aufgebaut hatte, nicht füllen konnte. Er war gequält von Selbst- zweifeln, verglich sich ständig mit anderen und schnitt immer schlechter ab. Er wirkte klein, schmal, verloren. Und damit ist er nicht allein.

Unzählige Menschen kompensieren ihr Kleinheitsgefühl mit einer perfekten Darstellung nach außen:

  • Zum Beispiel mit Statussymbolen: Uhr, Auto, Haus, faltenfreie Haut. 
  • Mit Superlativen und Zahlen: „Die führende Expertin“, „170 Vorträge im Jahr“, „1 Million Umsatz“.
  • Wieder andere sammeln Scheine, Zertifikate, Abschlüsse – und die Qualifikationenliste wächst immer weiter.
  • Ich sammle übrigens Bücher: Bald sind es neun, drei davon sind Bestseller, und so soll es weitergehen…

 

In der Psychologie wird diese Art des Selbstwertgefühls „Kontingentes Selbstwertgefühl“ genannt, das heißt, es ist an Bedingungen geknüpft: „Ich bin erst wertvoll, wenn ich einen siebenstelligen Umsatz habe“, „…wenn ich von allen toll gefunden werde“ usw. Der Haken daran ist – und auch das ist in der Psychologie gut erforscht: Bei einem aufgeblasenen Selbstwertgefühl folgt nach einem Höhepunkt ein paar Tage später (oder auch erst nach einem Jahr oder 20 Jahren) der Absturz in den Selbstwertkater. Und da unten ist das Selbstwertgefühl noch niedriger als vorher. Und das ist dann eine Quälerei.

 

Was machen also viele Menschen? Sie blasen sich wieder auf. Dann kommt irgendwann wieder der Selbstwertkater, wieder aufblasen, wieder der Kater …usw. – ein Teufelskreis. Vielleicht bis zum Burnout, oder sogar das Leben lang, bis zum Tod.

Was ist das eigentliche Drama daran? Wir leben an unserem persönlichen Sinn vorbei. Wir können unsere Energie nicht in unser inneres Wachstum investieren.

 

Was können wir tun, um mehr innere Fülle zu entwickeln?

 

Der Schlüssel dazu liegt … im Selbstwertkater. Denn nur dort haben wir einen emotionalen Zugang zu unseren inneren Abgründen und zu unseren Schattenseiten. Zu dem, was uns wirklich quält, wovor wir Angst haben, wofür wir uns schämen. Diese Seiten gehören auch zu uns. Wir werden sie nicht los. Wie können wir also innehalten, uns ihnen stellen und durch Schwieriges hindurch- und darüber hinausgehen? 

Wir brauchen zuerst einmal die Erfahrung, dass wir auf direktem Weg besser weiter kommen. Denn wir haben das alle nicht gelernt. In unserer Gesellschaft rennen die meisten einfach immer weiter. um innezuhalten und zu erfahren, dass wir vor uns nicht wegrennen müssen brauchen wir wiederum gute Methoden, um emotionale Blockaden zu lösen. Heute gibt es hochwirksame moderne Ansätze, die im Unbewussten – und gerade deshalb so nachhaltig – wirken. Die Methode, mit der ich arbeite, heißt Logosynthese. 

 

Was kann sich entwickeln, wenn wir alle Seiten von uns mehr dabei haben? Wir können ein „Innenorientiertes Selbstwertgefühl“ aufbauen. Das ist nicht an Bedingungen geknüpft. Dann lautet der Satz anders: „Ich bin wertvoll, weil ich da bin.“ 

 

Mit diesem innenorientierten Selbstwertgefühl können wir uns

  • ganz entspannt und gelöst fühlen, denn wir haben ja nichts von uns zu verstecken und müssen auch nichts Besonderes erreichen, um uns wertvoll zu fühlen
  • Dadurch werden wir innerlich freier  und sind
  • besser in einem guten Kontakt auf Augenhöhe mit anderen Menschen

 

Wohin führen dich diese Fragen:

  • 1. Wofür schäme ich mich?
  • 2. Was fühle ich, wenn ich sage: „Ich bin wertvoll, weil ich da bin; auch mit den ungeliebten Seiten“? 

Egal, ob das jetzt gut geht oder nicht: Wenn du diesem Satz nachgehst, kannst du herausfinden, wie du deine Ziele und Werte anders ausrichten könntest, um mehr bei einem innenorientierten Selbstwertgefühl anzukommen – und aus dem Teufelskreis des Strebens nach Selbstwertstärkung im Außen auszusteigen. 

 

Ich wünsche dir innere Freiheit und Stärke dafür.

Von Herzen, Ulrike

 

Weiterdenken…

 

…beim Anschauen:

Zu diesem Denkanstoß gibt es meinen Vortrag – meine Keynote GSA Convention 2017:

Macht euch nackig! Wie wir mit weniger Hülle mehr Herzen erreichen“ 

Ich stelle ihn bis zum 28. Mai 2018 kostenfrei zur Verfügung, nur für die Lesenden dieses Denkanstoßes.

 

… beim Lesen:

Hier findest du mein Buch, genau zum Thema dieses Denkanstoßes:

Ulrike Scheuermann (2016): „Innerlich frei – Was wir gewinnen, wenn wir unsere ungeliebten Seiten annehmen“

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